Zeitzeugen der 2. Generation - Verein Lila Winkel

„Erinnern ist eine Pflicht und Mahnen eine Verantwortung!“ Unter diesem Motto stand eine Veranstaltung für die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen der NMS Egger-Lienz. Zeitzeuginnen der 2. Generation gaben einen berührenden und erschütternden Einblick, welche Grausamkeiten das NS-Regime Menschen gegenüber in Konzentrationslagern ausübte und wie ehemalige KZ-Häftlinge auch nach 1945 noch unter Diskriminierungen zu leiden hatten.

Frau Ingrid Portenschlager, begleitet von Frau Esther Dürnberger, sprach über die Lebensgeschichte ihres Vaters, der 1939 aus religiösen Gründen den Dienst an der Waffe verweigerte und deshalb mehrere Jahre in einem KZ inhaftiert war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschwiegen viele KZ-Häftlinge ihre traumatischen Erlebnisse und deren Kinder wurden vielfach diskriminiert, beschimpft und ausgegrenzt. So erging es auch einer der Vortragenden gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester während ihrer Schulzeit Anfang der 1960-er Jahre. 13 Jahre nach dem Krieg besuchten sie gemeinsam mit ihrem Vater das Konzentrationslager Flossenbürg, wo dieser über vier Jahre eingesperrt war. Den ehemaligen Feldwebel, verantwortlich für die Inhaftierung, fanden sie in leitender, politischer Position vor. Ein Schock für den KZ-Überlebenden.

 

Die Schülerinnen und Schülern merkten durch diese persönlichen Schilderungen, dass Geschichte nicht irgendwo passiert, sondern in jeder Familie ihre Spuren hinterlassen hat und hinterlässt. Gleichzeitig wurde wieder ins Bewusstsein gerufen, dass es an jedem einzelnen von uns liegt, Vorurteilen, Intoleranz und Verhetzung keine Chance zu geben.